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Digitalisierung

E-Government: durch und durch digital

Die immer durchdringendere und schnellere Digitalisierung verändert sowohl unser Privatleben als auch unsere Arbeitswelt. Aber wie wirkt sie sich auf die soziale Sicherheit aus? Welche Herausforderungen liegen vor uns, und was sind die Konsequenzen?

Im digitalen Zeitalter erwarten Bürger und Unternehmer, dass jederzeit und von überall her auf Produkte und Dienstleistungen zugegriffen werden kann. Um die Dienstleistungen zu verbessern und sie effizienter, schneller und kundenfreundlicher zu gestalten, haben die Einrichtungen der sozialen Sicherheit eine gemeinsame Strategie für Digitalisierung und Automatisierung entworfen.

Die Gründung der Zentralen Datenbank der Sozialen Sicherheit in den frühen 1990-er Jahren war der Beginn der Entwicklung eines voll computerisierten und sicheren Netzwerks für die Daten-verwaltung und den Datenaustausch zwischen den öffentlichen Einrichtungen der sozialen Sicherheit auf der einen Seite und zwischen Regierung und Außenwelt auf der anderen Seite. Die Kruispuntbank ist ein wichtiger Motor von E-Government-Dienstleistungen in der sozialen Sicherheit.

Das Ergebnis?

  • Über 3.000 professionelle Akteure der sozialen Sicherheit tauschen heute untereinander Daten aus und bieten integrierte Dienstleistungen an.
  • Was früher 800 Papierformulare benötigte, erledigen nun 220 elektronische Prozesse. Die administrative Belastung der Bürgerinnen und Bürger, der Unternehmen und der Institutionen wurde erheblich reduziert, und das neue System erlaubt den Arbeitgebern Einsparungen von jährlich über einer Milliarde Euro.
  • Mehr als eine Milliarde papierbasierte Schreiben konnten durch elektronische Mitteilungen ersetzt werden.
  • Sozialleistungen, Prämien und Leistungen werden vermehrt automatisch vergeben.
  • Wir nutzen große Datenmengen der sozialen Sicherheit gemeinsam und machen sie anderen Nutzern zugänglich (Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen, anderen Regierungsstellen). Wir halten bei unseren Daten die Datenschutzbestimmungen strikt ein, und dadurch entsteht mehr Transparenz darüber, wie die soziale Sicherheit arbeitet. Offene Daten garantieren auch Wirksamkeit und Effizienzgewinne. Letzten Endes können die Daten wiederverwendet und mit anderen Daten verknüpft werden.
  • In vielen Bereichen der sozialen Sicherheit wurden die Backoffice-Prozesse und der Kundendienst voll digitalisiert: Von den Anträgen für Bescheinigungen und Leistungen bis hin zur Einsicht in die eigenen Akten und die Simulation der persönlichen Situation. Um sicherzustellen, dass niemand zurückgelassen wird, bieten wir Menschen, die noch keinen digitalen Zugang haben, weiterhin eine Korrespondenz auf Papier an.

Weltweite Anerkennung

Das belgische E-Government-System der sozialen Sicherheit genießt weltweite Anerkennung und hat zahlreiche Auszeichnungen gewonnen, darunter den Preis der Vereinten Nationen für E-Government im öffentlichen Dienst 2006 und jüngst den IVSS-Preis für gute Praxis in Europa, der im Mai 2019 am Regionalforum für soziale Sicherheit für Europa in Baku, Aserbaidschan, verliehen wurde.

Suche nach neue Lösungen

Wir setzen weiter auf Innovationen und versuchen, die Erfahrungen unserer Partner, unserer Bürgerinnen und Bürger und unserer Unternehmen zu verbessern. Die Lancierung der E-Box als sicheren elektronischen Briefkasten für die soziale Administration ist ein gutes Beispiel. Über diesen Briefkasten läuft die gesamte Kommunikation mit staatlichen Behörden, so dass weniger Papierdokumente benötigt werden.

Gleichzeitig stehen mycareer.be und mypension.be bereit, auf denen die berufliche Entwicklung und der Ruhestand geplant werden können, und auf breakatwork.be kann man herausfinden, wie viele Zeitgutschriften und berufliche Auszeiten man noch nehmen kann. Schließlich finden Arbeitgeber, die Mitarbeiter einstellen möchten, auf ichwilleinstellen.be nützliche Informationen, abgestufte Pläne, Tipps und anregende Berichte über die Einstellung und Beschäftigung neuer Arbeitnehmer.

Einen neuen Angestellten melden? Früher war dafür viel Papierarbeit nötig. Jetzt erledigen wir das elektronisch innerhalb einer Minute.

Dazu drei Beispiele:

Dimona

Dimona ist der Onlinedienst, den Arbeitgeber nutzen, wenn ein neuer Mitarbeiter eingestellt wird oder einer aus dem Unternehmen austritt. Es handelt sich um mehr als 2 Millionen Meldungen pro Monat. Wir geben diese Informationen an die anderen Institutionen der sozialen Sicherheit weiter, die diese benötigen, um den Anspruchsberechtigten die richtigen Sozialleistungen zu erbringen. 2018 bearbeiteten wir ungefähr 39 Millionen Deklarationen über Dimona.

Elektronische multifunktionelle Meldung der sozialen Sicherheit

Die Arbeitgeber geben jedes Vierteljahr eine Erklärung zu den Ergebnissen und zur Vergütung ihrer Mitarbeiter ab. Ausgehend von diesen Daten berechnen wir die Beiträge und die Beitragsabzüge der Angestellten. 2018 bearbeitete das Landesamt für soziale Sicherheit jedes Vierteljahr 244.000 Original-Erklärungen. Sie enthalten die Daten von ungefähr 4 Millionen Angestellten. Wir übermitteln diese Daten über die Kruispuntbank an andere Regierungsstellen, damit diese die Sozialleistungsansprüche und –beträge berechnen können.

Puffer-Datenbank

Diese Datenbank der Kruispuntbank enthält alle personenbezogenen Sozialdaten und stellt diese den Behörden zur Verfügung, die zusätzliche abgeleitete Rechtsansprüche und Sozialrabatte gewähren.

Energieversorger waren die ersten Nutzer. Über 400.000 Familien erhalten nun automatisch einen Sozialrabatt für Gas und Strom. Auch Wasserversorgungsunternehmen nutzen die Kruispuntbank, und geben fast 300.000 Verbrauchern einen sozialen Wasserrabatt oder eine Teilbefreiung von der Wasserverschmutzungssteuer. Inzwischen verlaufen auch die Erneuerung von Abonnementen für den öffentlichen Verkehr zu ermäßigten Preisen und die Erteilung kostenloser Eintritte für Menschen mit Behinderungen automatisch ab.

Digitalisierung

Erzähler: Die digitale Wirtschaft verändert schnell unsere Gesellschaft. Sie ändert unsere Lebens – und Arbeitsweise und die Gestaltung unserer Gesellschaft. Sie trägt dazu bei, unser Sozialdienste zu erweitern und zu verbessern.

Ilse Dapper: Die Elektronische Patientenakte (EPA) ist ein Sprungbrett für die Gesundheitsversorgung. Sie ermöglicht uns, umgehend zu erfahren, wer der Patient ist, was er in der Vergangenheit mitgemacht hat, welche Arzneimittel er nimmt ….

Leidet er an irgendewelchen Allergien ? Mit wem ist er oder sie verwandt ? Was denke ich davon ? Was denken meine Kollegen über diesen Patienten ? Was denken andere Ärzte über ihn oder sie ? Es ist eigentlich ein Instrument, das uns zur Zusammenarbeit bewegt.

Dank der EPA bekommen wir im Handumdrehen Zugang zu wichtigen Gesundheitsdaten. Sie rettet Leben.

Erzähler: Jeder zweite Allgemeinmediziner (Hausarzt) versendet digital ärztliche Zeugnisse an die Krankenkassen. Der Patient kann nachher unmittelbar eine Rückerstattung bekommen.

Durch die modern Technologie wird unsere soziale Sicherheit zunehmend effizient. Bereits mehr als eine Milliarde Papierdokumente wurden durch ein elektronisches ersetzt. Fast alle Krankenhäuser und Allgemeinmediziner sind auf elektronische Patientenakten umgestiegen.

G-Cloud, das hochgesicherte Cloud-Computing-Programm unserer Regierung, ermöglicht uns, schnell und effizient Software und intelligente Anwendungen zu teilen. Es reduziert die Kosten und optimiert unsere Dienste an Bürgern und Unternehmen.

Soll ich Ihnen ein Beispiel geben ? Immer mehr Sozialrechte, Leistungen und Zuwendungen werden im automatischen Verfahren ausgezahlt.

Dank der MyBEnefits-Anwendung können die Leute so per Tastendruck immer eine elektronische Bescheinigung über ihren Sozialstatus bekommen. Dies bedeutet, dass sie jederzeit Zugang zu ihren Sozialvorteilen haben, was besonders vorteilhaft für lokale Regierungen, Sportzentren, Versorgungsbetriebe, Museen und Kulturzentren, … ist, weil sie an irgendwelchem Moment jede Information, die Sie über die ihnen gegenüberstehende Person brauchen, prüfen können.

Wir nutzen ebenfalls künstliche Intelligenz, um Sozialbetrug aufzuspüren. Leute mit einem fiktiven Status als Angestellte oder Leute, die vorgeben, Selbständige zu sein, um einen ungerechtfertigten Anspruch auf Invaliditätsleistungen oder Arbeitslosengeld zu erheben, werden unmittelbar anhand unseres Computers identifiziert.

Und es gibt noch sehr viele solche Beispiele.

Eines steht fest: die Technologie entwickelt sich ständig weiter und dies eröffnet neue Möglichkeiten. Dies gilt unbedingt für unsere soziale Sicherheit. Wir halten also Augen und Ohren offen für Lösungen, wodurch unsere Dienste noch besser an das moderne Leben angepasst werden können. Was uns also angeht: neue Technologien eröffnen neue Chancen.

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